Ja, ich werde weiterhin meinen kleinen persoenlichen Feldzug gegen die Idealisierung der Hankyoreh als strahlender Leuchtturm gegenueber den finsteren Maechten der Chosun Ilbo fortfuehren. Noch Mal: Die Hankyoreh ist ein wichtiger Bestandteil des koreanischen Mediensystems, sie ist noetig als Gegengewicht zu Zeitungen wie der Chosun Ilbo, aber in ihr steht genauso viel hirnverbrannte Scheisse wie in jeder anderen Zeitung, ihre journalistischen Standards und Methoden sind genauso unzumutbar und ihre politische Ausrichtung ist genauso durchschaubar wie auf der anderen Seite des Spektrums.
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Mit Dank an Robert Koehler von Marmot's Hole ein Auszug aus dem Editorial der Hankyoreh vom Freitag:
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"First, he should enact a posture of modesty in governance. We hope he abandons his belief that all he needs to do is simply railroad laws through using the strength of police power or the strength of a parliamentary majority. Second, he must restore democracy. Until the precious values that have been fostered with much difficulty by our society are mercilessly denied, public sentiment will not turn in his favor."
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][Gomperium][
Freitag, 30. Oktober 2009
Demokratie nach Hankyoreh
Mittwoch, 24. Juni 2009
Lupenreine Demokraten
Dienstag, 7. April 2009
First Lady
"First" Lady bekommt im Moment in Korea einen ganz faden Beigeschmack. Heute hat sich Ex-Präsident Roh Moo-hyun wegen Korruption quasi selbst angezeigt. Dass dies nicht unerhebliche Schockwellen selbst durch die krisenerprobte und -gewoehnte koreanische Politikszene schickt, versteht sich von selbst.
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Parks Liste
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Alles dreht sich in Yeouido seit Wochen um die ominöse Park-Yeon-cha-Liste, eine m.W. noch immer fiktive Liste, auf der die Namen von Politikern stehen sollen, die dieser äußerst aktive Geschäftsmann mit jeweils 500.000.000 Won bestochen haben soll. Das interessante ist, dass es hierbei durch alle Parteien und Regionen quer geht. Eine konkrete politische Zielsetzung hatte das ganze nicht, es ging nur um Einflussicherung: Als die Linken an der Regierung waren, gab es Geld für die Linken, als klar war, dass die Linken abgewirtschaftet haben, gab es schließlich Geld für die Konservativen. Neue Talente wie Park Jin, alte Kader aus dem Südosten, die Park Geun-hye nahe stehen sind ebenso betroffen wie Lokalpolitiker aus Jeolla und nun eben die ehemalige First Lady, der bis jetzt größte Fang im Netz der Staatsanwaltschaft.
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Lees Rache?
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Natürlich werden Stimmen laut, dass dies ein politischer Prozeß ist, in dem sich die Lee-Fraktion nun von den innerparteilichen Park-Funktionären und den Schatten der Vorgängerregierung befreien möchte - wieviel daran wahr ist, vermag ich kaum zu bezweifeln, aber wie bei allen Verschwörungstheorien: Wenn es plausibel klingt, dann mag bereits ein Fünkchen Wahrheit dran sein.
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Frau Kwon - Naiv oder einfach nur dreist?
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Die nächsten Tage werden zeigen, wie tief der ehemalige Präsident in die ganze Angelegenheit verstrickt ist.
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Das Eingeständnis jetzt ist bemerkenswert, wobei hier klar unterschieden werden muss: Hat er es getan, weil er gesteckt bekommen hat, dass es eh rauskommen würde oder hat er es getan, weil es ihn ehrlich bewegt hat und er reinen Tisch machen wollte? Ich halte Roh an sich für einen integren bis naiven Mann, der oft das getan hat, was ihm gerade als richtig erschien, egal welche Konsequenzen es hatte. Daher würde ich zweiteres nicht von vorn herein ausschließen wollen.
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Frau Kwon, die First Lady, die nun die erste erste Dame Koreas sein wird, die sich vor der Staatsanwaltschaft zu verantworten hat und eventuell sogar angeklagt wird, die halte ich einfach nur noch für im besten Fall so unglaublich naiv, dass allein das bestraft gehört.
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Mein Mann ist Präsident einer jungen Demokratie; er wurde gewählt als neues Gegenbild zu alten Eliten, als frische Kraft mit Charisma und Integrität. Was mache ich also als First Lady? Ich nehme von einem ominösen Geschäftsmann gleich zwei Mal (!) je 500.000.000 Won privat entgegen. Und das kommt mir dann gar nicht komisch vor? Da sind einfach Mal mehr als eine halbe Million Euro. Nicht, dass die Summe jetzt so wichtig wäre, aber es ist schon ein Unterschied für das Unrechtsbewusstsein, ob mich der Geschäftsmann Mal zu nem Segeltrip auf seine teure Yacht einlädt oder ob er mir ne halbe Million Euro zusteckt.
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Politisches Erdbeben
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Die Reaktionen im politischen Korea schwanken dementsprechend auch noch zwischen ungläubigem Staunen, Ratlosigkeit und der Frage nach dem "warum". Die Linken, insbesondere im Vorfeld der Nachwahlen Ende April, sind fassungslos und geben so gut wie keine Kommentare ab. Keine Verteidigung, keine Verurteilung, einfach nur fassungslose Gesichter. Die Hannaradang, wohlwissend dass Frau Kwon nicht die letzte auf der Liste von Herrn Park war, hat sich auffällig zurückgehalten und nur die Jayuseonjindang war sehr deutlich in ihrer Kritik an Roh.
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Man darf nicht vergessen: Sollte rauskommen, dass Roh während seiner Amtszeit von den Zahlungen gewusst hat, was durchaus wahrscheinlich ist, dann könnte es im krassesten Falle so aussehen, dass sowohl Roh als auch seine Frau schlicht und einfach in den Knast wandern.
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Sicher, mir sind unfähige, bestechliche Ex-Präsidenten immer noch lieber als Ex-Präsidenten, die unfähig, bestechlich und Massenmörder sind - aber gerade gemessen an den hohen Ansprüchen an sich selbst und seine Regierung, die Roh immer propagiert hat, dürfte der jetzige Fall große Auswirkungen auf die Bewertung der gesamten Zeit haben. Spannende Wochen liegen vor uns, übrigens nicht nur wegen Roh selbst.
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Bei den Nachwahlen kandidieren meine Lieblingslinke, die ehemalige Premierministerin Han Myeong-suk und nicht zuletzt will es auch Rohs Chefideologe Jeong Dong-yeong noch einmal versuchen; nachdem ihm die Nominierung der DP verweigert wurde, wahrscheinlich als Unabhängiger - auf beide Rennen könnte die laufende Roh-Affäre immense Auswirkungen haben, sind beide doch zentrale Figuren im System Roh gewesen.
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Freitag, 27. Februar 2009
Auge um Auge?
Also nur damit das Mal klar ist: Es gibt sicherlich keine Politikerin in Korea, die sich provokativer den Anfeindungen ihrer Gegner ausgesetzt hat als Jeon Yeo-ok. Sie ist eine stockkonservative ehemalige Verbuendete Parks und Sprecherin der Hannara in deren Vorsitzendenzeit, hat diese aber fallen lassen als es besser fuer Lee aussah.
Jetzt wurde besagte Jeon Yeo-ok von einer sogenannten NGO angegriffen. Was in zivilisierten Nationen verbal abgeht, fuehrte im Falle Korea dazu, dass 5-6 Mitglieder, provoziert von der Rhetorik Jeons auf sie losgingen und versuchten ihr die Augen auszukratzen, was woertlich zu nehmen ist.
Dabei war die ganze Sache geplant, die Mitglieder kamen irgendwie an den Wachen im Parlamentsgebaeude vorbei und schlugen gezielt auf sie ein. "Dir dreckigen Fotze muessen wir die Augen ausreissen" sollen sie geschrien haben.
Die koreanische Demokratie ist wirklich eigenartig. Wohl die einzige Demokratie der Welt in der Abgeordnete wirklich Angst vor ihren Waehlern haben muessen und nicht andersrum.
Also noch einmal: Frau Jeon ist wirklich die letzte Politikerin Koreas, der ich Erfolg wuensche und jemand, den ich persoenlich verachte. Aber egal was sie fuer Mist von sich gibt: Sie ist gewaehlte Abgeordnete eines Wahlbezirks (Seoul, Yeongdeungpo) und freie Meinungsaeusserung sollte auch von Nicht-Regierungsgruppen akzeptiert werden. Genauso wie von Oppositionsparteien das Mehrheitsprinzip im Parlament. Es sind die grundlegenden ethischen Grundsaetze der Demokratie, an denen es fast allen Beteiligten in der Koreanischen Demokratie fehlt, nicht unbedingt die institutionellen Mechanismen.
Mittwoch, 10. Dezember 2008
Korea - das Griechenland Asiens?!
Politische Lage Ende 2008
Dienstag, 9. September 2008
Lee ist nicht das Problem, aber er schafft sie sich
Mittwoch, 3. September 2008
Nicht meine Hankyoreh
Der überaus intellektuelle Titel beschreibt die derzeitige Situation in Korea dann auch mit den ausgleichenden Worten: "Faschistische Ouvertüre - Generalangriff der Regierung, Kontrollorgane und konservativer Medien"
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Montag, 1. September 2008
Die Herren Lee, Fukuda und Samak
Derzeit tut sich eine ganze Menge in asiatischer Politik. Das krisenhafte Element verstärkt sich in Japan, Korea und Thailand gleichermaßen und auch in Taiwan gibt es nach wie vor ungelöste Konflikte.

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Womit nicht gesagt ist, dass jetzt alles rosig ist. Lees Weigerung sich für verschiedene anti-buddhistische Aktionen und Reden zu entschuldigen, zeigt, dass er gesellschaftspolitisch einen sehr unversöhnlichen Kurs fährt, der sogar den Religionsfrieden in Korea aus dem Gleichgewicht bringen könnte. Zum Thema der Religiösen Vielfalt habe ich eine Hausarbeit geschrieben, die ich jetzt hier nicht wiedergeben kann, aber nur so viel: Im modernen Korea war trotz der vielfältigen Bewegungen nach außen der Religionsfriede bis auf kurze Perioden immer recht stabil und auch wenn es darunter oft gebrodelt hat, die Regierungen - egal ob christlich oder buddhistisch - haben immer versucht ausgleichend zu sein. Diese gute Tradition Koreas hat Lee vollkommen aufgegeben und geht auf Konfrontation. Nach Chuseok haben die verschiedenen buddhistischen Organisationen zu Großdemos aufgerufen.